„Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ und „Einladung zum Klassentreffen“ von Martin Schörle

„Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ und „Einladung zum Klassentreffen“ von Martin Schörle

4. März 2019 Aus Von Claudia

„Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ und „Einladung zum Klassentreffen“
Martin Schörle

Bei Engelsdorfer Verlag erschienen
Genre: Gegenwartsliteratur

 

Inhalt:

Der kabaretteske Monolog »Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« beschert dem geneigten Leser Einblicke in das Leben des Vollblutverwaltungsgenies Hans Fredenbek, der sich in seinem ganz eigenen Gedankengewirr aus Aktenzeichen, Dienstverordnungen, statistischen Erhebungen zusehends verheddert. Es wird deutlich, dass er sich von dem Leben jenseits seines Büros nahezu völlig verabschiedet hat. Vor allem aber wird schonungslos aufgedeckt, dass es zwischen Slapstick und Tragik eine Nahtstelle gibt. Und dass diese Nahtstelle einen Namen hat. Und dass dieser Name Hans Fredenbek ist. Mit einer Lesung aus seinem Stück war Schörle 2008 beim Autorenwettbewerb »Perlen vor die Säue« im Literaturhaus Hamburg erfolgreich (2. Platz von acht Finalteilnehmern aus insgesamt rund 100 eingereichten Beiträgen). Das Stück wurde außerdem im Rahmen der »Hamburger Theaternacht« als offizieller Beitrag des Hamburger Sprechwerks von »Caveman« Erik Schäffler auszugsweise gelesen. – »Einladung zum Klassentreffen« In ihrer Schulzeit hatten Marina und Carsten eine Liebesbeziehung. Nach 20 Jahren soll ein Klassentreffen stattfinden. So meldet sich Carsten, einer der Initiatoren, auch bei Marina, deren Leben nach Schicksalsschlägen zeitweilig aus den Fugen geraten war. Die gemeinsame innige Zeit ist für sie längst Vergangenheit, ein Früher. Aber an Carstens Gefühlen hat sich anscheinend nichts geändert. Sein Anruf weckt auch bei Marina Erinnerungen. Das unverfänglich begonnene Telefonat führt beide in ein Wechselbad der Gefühle … Inhaltlich eine Liebesgeschichte wagt das Stück den Spagat zwischen Komik & Tragik, Lachen & Weinen. »Einladung zum Klassentreffen« wurde vom Publikum beim Wettbewerb »Stücke Schießen – Neue Dramatik. Neue Autoren. Neue Theatertexte« der Theaterliga zum Gewinnertext gekürt und erreichte bei der Spielplanwahl 2012/2013 des Thalia Theaters Hamburg den 8. Platz.
[Quelle: www.engelsdorfer-verlag.de]

 

Meinung:

Nach der kleinen Leseprobe von „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ war ich sehr neugierig wie es mit dem Radiergummi und den weiteren Erzählungen weiter geht. Der Schreibstil ist recht gelungen aber ich habe wenig Erfahrungen mit Theaterstücken. Mein letzter Besuch liegt sehr weit zurück. Dieser kabaretteske Monolog ist interessant und am Ende auch richtig stimmig allerdings habe ich beim Lesen zwischendurch einfach ein wenig den Faden verloren. Nichts desto trotz ist der Herr Fresenbek eine interessante Persönlichkeit mit einer sehr guten Art seinen Alltag und auch andere Erlebnisse vorzutragen. Als Theaterstück kann ich mir das lebhaft vorstellen.

Ich muss aber auch gestehen das mir das zweite Stück „Einladung zum Klassentreffen“ erheblich leichter gefallen ist. Es ist so ganz anders und konnte mich schnell abholen. Eine Situation in die wir selber auch jeder zeit geraten können und unglaublich amüsant. Mir haben hier die Charaktere sehr gefallen und auch die Entwicklung des Stücks haben mir sehr zugesagt. Es strahlt eine tolle Leichtigkeit aus und brachte mich auch zum lachen. Die Beschreibungen des Bühnenbildes und auch die Abfolge der Scenen sind gut nachvollziehbar und verständlich.

Insgesamt sind es zwei unglaublich unterschiedliche Stücke wobei „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ mehr Aufmerksamkeit und Konzentration gefordert hat als „Einladung zum Klassentreffen“. Ich habe beide auf ihre Art gerne gelesen allerdings finde ich das zweite Stück, durch seine Leichtigkeit, deutlich stärker und für mich auch passender. Auf jeden Fall hatte ich beim Lesen meinen Spass.
Die beiden Theaterstücke eignen sich gut für zwischendurch.

 

Fazit:

„Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ und „Einladung zum Klassentreffen“ sind zwei sehr unterschiedliche Theaterstücke und spricht somit unterschiedliche Leser an. Mir gefiel das zweite Stück deutlich besser aber insgesamt fühle ich mich gut unterhalten. Ich kann „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ und „Einladung zum Klassentreffen“ sehr empfehlen. Es eignet sich gut für zwischendurch.

4 von 5 Bücher
Sehr unterschiedlich und amüsant

 

Eure Claudia